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Dienstag, 22 April 2014 22:26

Können wir das schaffen?

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Yo wir schaffen das! Bei Baustart des super gelegenen und luxuriösen WM-Hotels waren sich da noch alle ganz sicher. Zwei Monate später reicht es im Inneren, wenn Tine Wittler ihr liebevolles Deko-Händchen schwingt, draußen sieht jedoch es aus wie bei „Ab in die Ruine“. Abgeschnitten von der Außenwelt sucht man hier vergeblich nach herausführenden Wegen und Handyempfang. War wohl nichts!

msv duisburgBeim „MSV Duisburg“ ereigneten sich in den letzten Jahren innerhalb seines Anhangs mehrere rechtsextremistische Vorfälle. Zu diesen gehört auch eine jüngst eskalierte Rechts-Links-Auseinandersetzung. Nun positioniert sich der Ruhrgebietsverein öffentlich gegen extremistische Aktivitäten und kündigt darüber hinaus weitere Maßnahmen an.

Der MSV ist in einer Stadt beheimatet, in der eigentlich günstige Bedingungen für die Agitation von Rechtsextremisten vorliegen. Sie bestehen aufgrund anhaltender Finanzprobleme, überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit, migrantischer Parallelgesellschaften und südosteuropäischer Armutszuwanderung. Dennoch ist in der Industriestadt und bei ihrem bekanntesten Sportklub keine bedeutende rechtsextremistische Szene aktiv. Im März veröffentlichte der Verein jedoch eine undatierte Erklärung, in der er sich „gegen Gewalt und extremistische Ausschreitungen“ aussprach. Als Grund für diesen Schritt erwähnte er neben einzelnen Fällen von Fußballgewalt, bei denen kein politischer Hintergrund ersichtlich ist, auch mehrere Taten mit mehr oder weniger deutlichen rechtsextremistischen Hintergründen. Danach wurde im Sommer 2012 während des Pokalspiels beim „Halleschen FC“ eine Fahne mit der Aufschrift „Good night left side“ gezeigt. Ein weiterer Vorfall ereignete sich 2013, als die Fankurve nach dem Spiel gegen „Jahn Regensburg“ ihre Mannschaft mit dem Ruf „Sieg“ feierte und zwei Personen daraufhin „Heil“ riefen. Zu einer kurveninternen Eskalation kam es schließlich am 19. Oktober 2013 nach dem Heimspiel gegen den „1. FC Saarbrücken“. Damals wurde die Duisburger Ultra-Gruppe „Kohorte“, die sich zuvor mit antifaschistischen Braunschweiger Fans solidarisiert hatte und im eigenen Stadion politisch aktiv war, von der Hooligan-Crew „Division Duisburg“ attackiert, die von regionalen Medien als rechtsextremistisch eingeschätzt wird.

Der Verein reagiert auf diese Vorfälle mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, wobei er auf das in seinem Stadion bestehende Verbot „rassistischer, fremdenfeindlicher und rechtsradikaler“ Propaganda verweist und ein konsequentes Vorgehen gegen etwaige Agitatoren ankündigt. Dazu strebt er die Verbesserung des Kenntnisstandes mit der Hilfe des „Instituts für Präventionsforschung“ und des Beratungsangebots des nordrhein-westfälischen Familienministeriums an. Gleichzeitig kündigt er eine Fortsetzung der Kooperation mit der Polizei sowie eine themenbezogene Schulung der im heimischen Stadion eingesetzten Ordner an. Darüber hinaus beabsichtigt der Klub im Bereich des eigenen Anhangs die Gründung eines Fangremiums, gemeinsame Projekte mit dem Fanprojekt sowie Aktionen mit Fanclubs zu den Themen „Integration, Respekt und Toleranz“.

Mit der Erklärung zeigt der „MSV Duisburg“, dass er das in seinem Umfeld bestehende Problem erkannt hat. Seine Reaktion ist eine klare Positionierung sowie eine Kombination aus Erkenntnissuche, Repression und Fanarbeit. Diese Kombination verspricht erfolgreich zu sein, da sie sich nicht auf die Erhöhung des Kontrolldrucks durch Polizei und Ordner beschränkt, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit den Fans sowie auf die Stärkung ihrer Strukturen setzt. Im Erfolgsfall könnte sie sich zu einem Vorbild für andere Vereine mit vergleichbaren Problemen entwickeln.

Montag, 17 Februar 2014 18:00

Kölner „Boyz“ kontern Boulevard-Artikel

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BoyzHumor beweist die Kölner Ultra-Gruppierung „Boyz“ mit ihrer aktuellsten Aktion. Hintergrund dafür ist ein Bericht vom vergangenen Donnerstag auf dem Online-Portal der Kölner Boulevardpostille „EXPRESS“. Unter der Überschrift „Chaoten von den Boyz sorgen für Stau auf der A 57“ berichtete die Zeitung darüber, dass Styropor-Platten von einer Autobahnbrücke zu stürzen drohten, die den Schriftzug „Boyz“ bildeten. Für die Beseitigung der Styropor-Platten sei es notwendig gewesen, eine Fahrbahn zu sperren, was einen kilometerlangen Stau verursacht habe. Weiter wurde im Text spekuliert:

„Offenbar will die Gruppe, die nach Polizeiangaben auch an der Hooligan-Schlägerei am Rudolfplatz vor einigen Wochen beteiligt gewesen sein soll, ihr Revier abstecken. [...]Wohl nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit wurden die Behörden in diesem Fall tätig. Wie aus Polizeikreisen zu erfahren war, wollte man es sich nicht bieten lassen, dass die Chaoten im öffentlichen Raum unerlaubt ‚Werbung‘ für sich machen. [...] In der Szene ist bekannt, dass Teile der Boyz von Rechtsradikalen unterwandert werden. Beim Rheinderby in Düsseldorf war ein Transparent gehisst worden. Darauf zu lesen: ‚James Boyz 007 - Hitlergrüße aus Moskau.‘“

Seit wenigen Tagen prangt an der Stelle, an der vor Kurzem noch der Boyz-Schriftzug hing, nun in weißer Schrift auf rotem Grund „EXPRESS.DE“. Auf ihrer Internetseite „bekannten“ sich die Kölner Ultras zu dieser Aktion und veröffentlichten neben zwei Fotos einen Text unter der Überschrift: „Chaoten vom Express sorgen für Stau auf der A 57“. Ihren Text zogen die Boyz dabei stilistisch identisch auf wie wenige Tage zuvor der Express, jedoch natürlich nahezu identisch umgemünzt auf die Tageszeitung. So heißt es im Text:

„Offenbar will das Schandblatt, welches laut Insiderinformationen schon seit geraumer Zeit unqualifizierte und fahrlässig recherchierte Artikel über die Kölner Fanszene veröffentlicht, sein Revier abstecken. An einer Eisenbahnbrücke klebten sie mit Styroporplatten den Schriftzug ‚Express.de‘. [...] Da die Platten herunterzustürzen drohten, wurden sie am Morgen von dem Unternehmen Häfen und Güterverkehr Köln in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei entfernt. Eine Fahrbahn musste gesperrt werden. [...]Kurz nach 13:12 Uhr staute sich der Verkehr auf einer Länge von mehreren Kilometern. [...] Zuletzt distanzierten sich auch die Qualitätsmedien vom schwarzen Schaf der Branche. In der Szene ist bekannt, dass Teile des Express von Demagogen unterwandert werden. Beim Redaktionsgrillen war ein Transparent gehisst worden. Darauf zu lesen: ‚Jexpress Bond 007 - Hitlergrüße von der Amsterdamerstr.‘“

 

Donnerstag, 06 Februar 2014 22:37

DFB Sportgericht verteilt Pyro-Strafen

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dfbMit dem Beginn der Rückrunde scheint auch das DFB Sportgericht aus der Winterpause zurück. Zumindest erhalten in den letzten Tagen etliche Vereine Post aus Frankfurt mit Geldstrafen für das Fehlverhalten von Fans. Insgesamt wurden in den letzten beiden Tagen Strafen in Höhe von 137.000€ an Vereine in der 1. und 2. Bundesliga verhängt. Am härtesten trifft es Fortuna Düsseldorf.

Ein Überblick

FC Schalke 04 darf sich an der Summe mit 10.000€ beteiligen. Fans hatten im Oktober beim Auswärtsspiel in Braunschweig Gegenstände auf das Spielfeld geworfen. Die Zweitligisten Erzgebirge Aue und Arminia Bielefeld werden für ähnliches Vergehen mit 8.000 bzw 7.000€ zur Kasse gebeten. Die Vereine haben jeweils schon zugestimmt.

Den VfL Bochum trifft es bedeutent härter. Insgesamt 25.000€ werden fällig. Pyrotechnik in Bielefeld, Kanonenschläge gegen Köln und geworfene Gegenstände beim Heimspiel gegen 1860 München summieren sich zu dieser Summe. Zudem sind die Bochumer wohl Wiederholungstäter. Mit 5.000€ kommt Ligakonkurrent Greuther Fürth deutlich glimpflicher davon. In Aalen hatten Kleeblatt-Fans Bengalos gezündet, in Sandhausen notierten die Sportrichter eine Rauchbombe. Auch hier haben beide Vereine zugestimmt.

Für etwas Abwechslung im Strafregister sorgt Werder Bremen. Hier gibt's für 12.000€ nicht nur zweimal Pyro-Strafe sondern auch ein Flitzer beim Heimspiel gegen Hannover.

Bei den Fans vom FSV Mainz 05 und Hamburger SV war es wieder altbekannte Pyro. Hamburg darf 10.000€ auf den Tisch legen, Mainz wegen erneuter Vorkommnisse 20.000€

Alles nichts gegen Fortuna Düsseldorf. Zweimalige Spielunterbrechung in Aalen verursacht durch Pyro aus dem Gästeblock kosten den Verein insgesamt 40.000€. Es drohen höhere Sanktionen, sollte es erneut zu Vorfällen dieser Art kommen. Ein Fortuna-Spreche möchte zumindest in diesem Fall versuchen, einige der Täter zu ermitteln und strafrechtlich zu belangen.

Samstag, 25 Januar 2014 18:58

Union-Testspiel nach Platzsturm und Pyro abgebrochen

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test union pyroDas dritte Testspiel der Winterpause von Union Berlin beim schwedischen Club Djurgårdens IF endete vorzeitig. Nach Platzstürmen von Fans beider Seiten und Pyro im geschlossenen Stadion wurde das Spiel beim Stand von 1:1 in der 73min abgebrochen. Hintergund ist offensichtlich das Zeigen eines Banners im Heimblock vor und während des Spiels, durch das sich die zahlreichen Berliner Fans provoziert fühlten. 

Keine schönen Szenen jetzt. Fans beider Lager stürmen den Platz. Im schwedischen Block wurde ein Banner eines fast in Vergessenheit geratenen Fußballvereins aus Berlin-Hohenschönhausen hochgehalten. Unschöne Provokation - rechtfertigt natürlich nicht die Reaktion unserer Fans.

Nochmals zur Erklärung der unschönen Szenen vor wenigen Minuten: Leider gehen wir stark davon aus, dass sich ein paar Unverbesserliche aus Berlin-Hohenschönhausen auf den Weg gemacht haben, um hier zu stören. Daraufhin sind ein paar Union-Fans auf den Platz gestürmt. Das wiederum veranlasste die DIF-Fans, ebenfalls auf den Platz zu stürmen. Die Einsatzkräfte hatten die Situation jedoch schnell unter Kontrolle.

(Quelle: Liveticker Union Berlin)

Nach einer erneuten Provokation aus der DIF Kurve zu Beginn der zweiten Hälfte und Pyro-Aktionen nach dem Ausgleich musste das Spiel dann endgültig abgebrochen werden.

Das Spiel ist mal wieder unterbrochen. Das ist echt scheiße. Langsam wird es langweilig. Die DIF-Anhänger zünden nach dem Ausgleich Pyro. Die Unioner lassen sich natürlich nicht bitten und machen mit. Wir glauben nicht, dass es hier jetzt noch weiteregeht. Sehen kann man hier unter dem Hallendach nicht mehr viel.

Dichter Nebel zieht hier durch die Arena. Soeben versuchten die DIF-Fans den Platz zu stürmen, kamen jedoch nicht weit. Das ist wirklich traurig. Wird wohl unser letztes Tesspiel in Schweden gewesen sein. Beide Fanlager bekleckern sich hier nicht mit Ruhm.

Für den fannahen Verein Union Berlin kein positiver Ausflug nach Stockholm. Aus Youtube findet sich ein Video das den Platzstum beider Fanlager zeigt

Freitag, 08 November 2013 12:29

Borussia Dortmund streicht Auswärtsdauerkarte für Ultras

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bvb pyro derby

Nach den Pyro-Vorkommnissen vom Derby hatte der BVB Maßnahmen angekündigt und in Gesprächen mit Fangruppen drei mögliche Sanktionen dargestellt. Nach Mitteilung des Vereins hatten die Gruppen ein Frist erhalten, in der sie sich dazu äußern konnten. Nun hat Borussia Dortmund auf ihrer Webseite angekündigt, den Ultras-Gruppen "Desperados", "Jubos" und "The Unity" mindestens für die laufende Saison die Auswärtsdauerkarten für Bundesliga und DFB-Pokal zu streichen.

TrautmannBert Trautmann - in England ein Held, in Deutschland dagegen vielen Fußballfans wohl eher unbekannt. Von 1949 bis 1964 hütete der gebürtige Bremer 15 Jahre lang das Tor von Manchester City. Mit dem Finale des FA-Cups zwischen seinen Citizens und Birmingham stieg Trautmann zur Legende auf: Beim 3:1-Erfolg zog sich der Keeper bei einem Zweikampf mit Peter Murphy einen Genickbruch zu - und spielte dennoch bis zum Schlusspfiff weiter. Die BBC-Journalistin Catrine Clay hat dem ehemaligen Torhüter nun ein angemessenes Denkmal zwischen zwei Buchdeckeln gesetzt. Unter dem Titel „Trautmanns Weg - Vom Hitlerjungen zur englischen Fußball-Legende“ ist das Buch vor Kurzem auch auf Deutsch im Verlag DIE WERKSTATT erschienen.

Doch wer hier nun eine typische Fußballer-Biografie erwartet, der muss zwangsläufig enttäuscht sein. Die Autorin zeichnet vielmehr den fesselnden Weg Trautmanns nach, den dieser von Bremen über viele Umwege aus bis nach England zog. Clay liefert jedoch weniger ein Buch ü b e r, sondern m i t Bert Trautmann ab. Hierfür traf sich die Journalistin mit der Torhüterlegende - was dem Buch eine besonders authentische Note verleiht. In fast zwei Dritteln des Buches gibt Clay die dunkle Vergangenheit Trautmanns wieder. Schnell macht sich eine beklemmende Grundstimmung breit, wenn man erkennt, wie der kleine Steppke Berni der nationalsozialistischen Propaganda verfällt und zum fanatischen Hitler-Anhänger wird - und sich damit gleichzeitig von seinem Bremer Elternhaus entfernt. Doch dieses beklemmende Gefühl ist keineswegs negativ zu verstehen - das Buch dient vielmehr als absolut lesenswertes Mahnmal für die Gräueltaten des Dritten Reiches. Wie konnte aus einem eigentlich umtriebigen kleinen Jungen mit dem Kopf voller Schabernack ein bedingungsloser Kämpfer für den Führerstaat werden - ein Werdegang, wie ihn in den Dreißigerjahren Millionen Deutsche durchlebten!?

Clay liefert am Einzelbeispiel Trautmann Einblicke in das Seelenleben der damaligen Zeit. Um die Stationen Trautmanns von der Hitlerjugend bis zum Soldaten an der Ost- und Westfront besser einordnen zu können, baut Clay stets einige kurze Exkurse ein, die den historischen Rahmen bilden. Langeweile kommt dabei aber nicht auf, zumal man sich stets fragt, wann Trautmann wohl zurück auf den Weg des Guten findet, der ihm die spätere Karriere erst ermöglichte. Erst im letzten Drittel des Buches wird Trautmanns Erfolg so richtig aufgegriffen. Die Autorin schildert, wie aus dem deutschen Kriegsgefangenen ein englisches Idol werden konnte. Dabei dürfen auch die mulmigen Gefühle des Keepers nicht fehlen, die diesen vor seinem ersten Heimspiel in Manchester beschlichen. Der Proteststurm war gewaltig, dass City mit einem Deutschen nun den Feind von gestern ins Tor stellen wollte. Clay stellt dabei auch den Gemeinderabbiner von Manchester hervor, der eine nicht unbeträchtliche Rolle spielte, dass sich die Stimmung zugunsten Trautmanns wendete. Und mit seinen überragenden Leistungen strafte er seine Kritiker schließlich auch schnell Lügen und gewann ihre Herzen für sich im Sturm.

Alles in allem liefert Catrine Clay ein hervorragendes Buch über einen Menschen, der in (Fußball-)Deutschland lange nicht den Status genießt, den er sich verdient hätte. Der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach würdigt folgerichtig in seinem Vorwort den „vielleicht legendärsten Torhüter in der Geschichte des Fußballs“, der am 19. Juli 2013 im Alter von 89 Jahren verstarb.

  • Catrine Clay: Trautmanns Weg - Vom Hitlerjungen zur englischen Fußball-Legende, Verlag DIE WERKSTATT, 320 Seiten, ISBN: 978-3-7307-0045-7, 24,90 €.

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